Bericht AES Talk Alex Hofmann: "Zungenartikulation und Fingerkräfte beim Saxophon- und Klarinettenspiel"

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Am Montag den 18.04.2016 hielt Alex Hofmann am Institut für Wiener Klangstil einen AES Talk über seine PhD-Thesis. Obwohl das Thema auf den ersten Blick wenig Verbindung mit "Audiotechnik" zu haben schien, wurde schnell klar, dass eine Kombination aus Signalverarbeitung, Messtechnik, musikalischer Akustik, sowie experimentellen Design notwendig war, um die Forschungsfragen beantworten zu können.

Zu Beginn gab Alex Hofmann eine schrittweise tiefer gehende Einführung in die Vielfalt der Spieltechniken der Blasinstrumente. Danach präsentierte er die entwickelten Messtechniken um die Spielarten der Bläser technisch zu analysieren: Dehnmessstreifen für die Stellung des Blattes; Drucksensoren für den Fingerdruck auf den Klappen. Von Prototypen hin zu Details wurde den Zuhörern der technische Aspekt dieser Arbeit anschaulich dargestellt. Letztlich kamen auch die technikaffinen Zuhörer voll auf ihre Kosten. Die experimentellen Details, notwendig um die Hypothesen zur Zungen- und Fingerartikulationansätzen bei Spielern zu testen waren nicht weniger spannend. Experimentelle Bedingungen, die besser oder schlechter funktionierten, wurden durch Videos und Ergebnisse anschaulich untermalt. Der Vortrag wurde immer spannender, je mehr Aspekte zu der Theorie dazu kamen und regt – wie auch nach diesem Vortrag deutlich – zum immer Weiterfragen und -forschen an.

Die gesamte Arbeit kann auf der Mitarbeiterseite der MDW von Alex Hofmann nachgelesen werden.

Mit Brötchen und Getränken ließen wir den Vortrag und die anschließende Vorstandssitzung gemütlich ausklingen.

        

 

Superbooth Event

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Die AES StudentSection Graz besuchte dieses Jahr die Superbooth-Veranstaltung im Funkhaus Berlin. Zu sehen gab es unter anderem (Analog-)Synthesizer, Gesprächskonzerte mit interessantem Inhalt, eine Führung durch das was vom Funkhaus noch übrig ist inkl. Bildern und Geschichten von vor 1989 und vieles mehr. Details und Bilder können auf der Homepage der AES StudentSection Graz gefunden werden.

Einladung zu Vortrag "Zungenartikulation und Fingerkräfte beim Saxophon- und Klarinettenspiel" von Alex Hofmann

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Die AES Austria lädt Sie zu einem interessanten AES-Talk von Alex Hofmann vom Institute of Music Acoustics (IWK) ein.

Im Anschluss wird ein Committee-Meeting stattfinden!

"Zungenartikulation und Fingerkräfte beim Saxophon- und Klarinettenspiel"

Termin: Montag, 18.4.2016 um 18 Uhr

Ort: Seminarraum (M0107) vom IWK MDW, Gebäude M, Anton von Webern Platz 1, 1030 Wien

SaxophonistInnen und KlarinettistInnen benötigen jahrelanges Training um saubere Tonübergänge und flüssige Läufe im ausdrucksstarken Spiel erzeugen zu können. Während des Spielens haben sie unter anderem die Finger, die Atmung, den Lippendruck und für bestimmte Artikulationstechniken auch die Zungenbewegungen zu koordinieren. Saubere Artikulation, ohne Nebengeräusche erfordert sehr viel Übung, da für einige Artikulationstechniken die Zunge direkt das schwingende Blatt berührt. Der Fokus dieses Vortrags erläutert das Zusammenspiel von Zungenartikulation und Fingerkräften im Saxophon- und Klarinettenspiel. Dabei kommen neuartige Messmethoden zum Einsatz, die, in Zusammenarbeit mit der TU-Wien, eigens für dieses Forschungsprojekt entwickelt wurden. 

Modernste Messtechnik für Musikinstrumente am Institut für Wiener Klangstil

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Im Anschluss an die diesjährige Generalversammlung führte uns Institutsgründer Gregor Widholm zusammen mit Tatiana Statsenko durch die Labore des Instituts für Wiener Klangstil (IWK). Wir bekamen dabei Eindrücke von unterschiedlichsten Messapparaturen, die am IWK entwickelt wurden.

Gregor Widholm führte uns zunächst in den schalltoten Raum, der mittels radialen Mikrofonanordnungen zur Abstrahlungsanalyse von Instrumenten genutzt wird. Unter Kenntnis der Abstrahlungscharakteristiken können beispielsweise Mikrofonierungstechniken optimiert werden oder räumlich realistische Auralisierungen eines Instrumentes vorgenommen werden. Weiters erklärte uns Herr Widholm die Eingangsimpedanzmessung von Blechblasinstrumenten. Durch diese automatisierte Messprozedur können Rohrgeometrien akustisch optimiert und akustisch störende Rohrinnenflächen geortet werden. Fingerdruck- und Artikulationssensorik an Rohrblattinstrumeten wie Saxofon und Klarinette werden außerdem verwendet um den Einfluss bestimmter Artikulations- und Grifftechniken auf das Ansprechverhalten und die Klangqualität der Instrumente zu untersuchen. Abschließend zeigte uns Herr Widholm auch noch eine Vorrichtung zur Klanganalyse von Streichinstrumenten wie der Geige und erklärte uns, dass mit Hilfe modernster Messtechnik die sagenumwobenen alten Italiener namens Stradivari und Co heutzutage reproduziert werden können. Ob allerdings die reproduzierten Geigen auch nach Jahrzehnten noch identisch klingen, ist aufgrund der unterschiedlichen Alterungseigenschaften der Hölzer eher zu bezweifeln.

Wie die Geometrie einzelner Schwingungsmoden an diversen Instrumenten bestimmt werden kann, erklärte uns dann Tatiana Statsenko. Sie führte uns in die Welt der Laserinterferometrie ein und zeigte uns wie diese Technik zur dynamischen 3D-Oberflächenmodellierung verwendet werden kann. Dabei werden ein Laser mit einer Leistung von bis zu 5 Watt und eine Hochgeschwindigkeitskamera mit bis zu einer Million Bilder pro Sekunde verwendet. Anhand einer Trommel konnten wir die Entstehung von Schwingungsmoden beobachten und messen. Frau Statsenko hat uns ausführlich die Methodik erklärt und auch auf das Anwendungspotential für beliebige Schwingungsobjekte wie beispielsweise Maschinen hingewiesen.

Wir bedanken uns herzlich bei Tatiana Statsenko und Gregor Widholm für die sehr interessante Führung.  

AES-Talk von Karlheinz Brandenburg: "Auf der Suche nach der perfekten Illusion"

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